Tennisschläger

Die Auswahl des Richtigen Schlägers

RACKETSERVICE BRÜHL möchte Dich bei der Schlägerauswahl unterstützen und die wesentlichen Punkte aufzeigen, nach denen man methodisch vorgehen sollte, um für sich den passenden Schläger zu finden. Vorab: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es im Schlägerbereich leider auch nicht – mit anderen Worten: auch hier muss man mit Kompromissen leben.

Du suchst einen passenderen Tennisschläger als den derzeitigen – vielleicht brauchst Du vom Schläger mehr Unterstützung, sprich: mehr Power, mehr Kontrolle, mehr Komfort – oder ein wenig von allen drei Eigenschaften? Welche Gründe es auch immer dafür gibt, einen neuen Schläger zu kaufen – es gibt einige Basispunkte, die bei dieser Entscheidung zu beachten sind.

Testschläger: Grundsätzlich ist der Testschlägerverleih ein wirklich guter Service. Man sollte aber beim Test beachten, das hier die Besaitung einen wesentlichen Einfluss auf das Spielgefühl hat. Es kann also so sein, dass man möglicherweise genau den richtigen Schläger in der Hand hat, aber nicht die passende Besaitung und/oder die richtige Bespannungshärte, was zu einer negativen Entscheidung führen kann.

Beim Test kann auf jeden Fall das Handling gecheckt werden: Ist das Gesamtgewicht passend, also nicht zu schwer oder zu leicht? Zu bedenken ist dabei, dass man den Schläger unter Umständen auch 2 Spielstunden bewegen muss. Man sollte sich also beim Testspiel die Zeit nehmen, um beurteilen zu können, ob das Gewicht zu einem passt.

Fühlt sich der Schläger zu schwer an, obwohl das angegebene Gesamtgewicht eigentlich nicht zu hoch ist? Bin ich ständig etwas zu spät zum Schlag?

In diesem Fall fühlt man das Schwunggewicht (Neudeutsch: Swingweight / SW) und sollte diesen Schläger nicht in die engere Auswahl nehmen, da sich das für Dich zu hohe Schwunggewicht negativ auf das Handling auswirkt. Schließlich solltest Du in der Lage sein, den Schläger über einen gewissen Zeitraum zu bewegen.

Armprobleme

Leider haben viele Tennisspieler Armprobleme. Äußerlich meist sichtbar an den berüchtigten, blauen Armspangen. Für Armprobleme gibt es vielfältige Gründe:

Mangelhafte Tennistechnik. Hier sollte der Tennistrainer Deines Vertrauens unterstützen

Schlechte Vorbereitung. Vor dem Spiel sollte der Körper nach allgemeiner Expertenmeinung mit geeigneten Übungen vorbereitet werden: Armkreisen, Rumpfkreisen, Übungen mit dem Terraband, etc. Nach dem Spiel sollten dann Dehnübungen durchgeführt werden. Die AOK stellt auf ihrem YouTube Kanal mit Professor Ingo Froböse hervorragende Videos zum Nachmachen zur Verfügung.

Unpassendes / schlechtes Material. Der Saitenwahl sollte besondere Beachtung zukommen, weil diese maßgeblich, sowohl für körperliche Belange, als auch für die Spielperformance wichtig ist. Zum passenden Schläger wurde vorab schon unter „Testschläger“ einiges erwähnt.

Viele Spieler möchten gerne ihrem Profiidol nacheifern und dessen Racket spielen. Dazu sollte man wissen, dass so gut wie kein Professioneller Spieler das Racket spielt, mit dem er beworben wird. Diese Spieler spielen mit sogenannten Pro Stock Rackets, die mit dem Racket, die im Handel angeboten werden, absolut nichts gemein haben – ausser der Lackierung.

Grundsätzlich sollte man bei der Schlägerwahl mit einer gesunden Portion Selbsteinschätzung folgende Punkte und auch in dieser Reihenfolge checken:

Gesamtgewicht. Der besaitete Schläger sollte so schwer wie möglich sein, muss aber andererseits auch wirklich über einen längeren Zeitraum zu hantieren sein. Hintergrund für ein möglichst hohes Schlägergewicht ist, dass, physikalisch gesehen, ein höheres Gewicht dem Ballaufprall eine höhere Masse entgegensetzt. Der Effekt ist eine Armentlastung.

Balance. Neben dem Gesamtgewicht bestimmt auch und gerade die Balance in erheblichen Maß die Spieleigenschaft des Schlägers:

Kopflastigkeit (Neudeutsch: Head heavy) erzeugt mehr Power, was zu Lasten der Kontrolle geht. Das Ganze gilt natürlich auch umgekehrt: Grifflastigkeit (Neudeutsch: Head light) erzeugt mehr Kontrolle bei Reduzierung der Power.

Kopfgröße. Als Standardgröße hat sich eine Kopfgröße von 100 in² / 645.16 cm² etabliert. Für Anfänger oder Freizeitspieler werden auch Schläger mit größeren Kopfgrößen angeboten.

Besaitungsmuster (Neudeutsch: String Pattern). Die Angabe des Besaitungsmusters zeigt die Anzahl der Längs- und Quersaiten an. Durchgesetzt haben sich mehrheitlich zwei Besaitungsmuster: 16×19 und 18×20, die unterschiedliche Spieleigenschaften haben.

Da bei 16×19 weniger Saiten im Rahmenkopf sind, sind die Abstände der Saiten zueinander automatisch größer als bei dem Besaitungsmuster 18×20. Resultat ist, dass der Ball besser und tiefer in das Saitenbett eintaucht, was zur Folge hat, dass man mehr Drall erzeugen kann. Nachteilig gegenüber 18×20: die Kontrolle leidet. Das Ganze gilt dann umgekehrt für 18×20: die Kontrolle ist besser, aber der Schläger ist weniger spinfreundlich.

Rahmenhärte. Die Schlägerhersteller sind produktionstechnisch in der Lage die Rahmenhärte zu steuern, um bestimmte Eigenschaften zu erzeugen. Ein typischer Schläger für Freizeitspieler ist sehr hart, ein Schläger für Turnierspieler dagegen relativ weich. Das Ganze hat physikalische Gründe, weil ein harter Schlägerrahmen beim Ballkontakt nicht nachgibt, also keine Energie absorbiert und die Ballgeschwindigkeit mit zwar verringerter, aber doch hoher Geschwindigkeit zurück gibt. Die Technologie wurde im wesentlichen von Herstellern wie z.B. Kuebler, oder Wilson mit ihrer Hammertechnik entwickelt. Armfreundlich ist ein harter Rahmen nicht. Die Rahmenhärte wird auf einer Skala von 0 – 100 in „Ra“ angegeben und kann z.B. auf der Babolat RDC Messmaschine gemessen werden.

Ein hilfreiches Tool zur Schlägerauswahl bietet Tennis Warehouse USA. Neben den Spezifikationen der Tennisschläger werden 3 Eigenschaften benannt, die eine Essenz aus den Maßangaben darstellen und für den Laien die Eigennschaften in Worten benennen.

Power Level > Low – Medium. Diese Angaben zeigen auf, ob der Schläger über sein Gewicht und Balance Power entwickelt.

Stroke Style > Medium -Full. Diese Angaben zeigen auf, über welchen Schwungstil der Spieler verfügen sollte.

Swing Speed > Moderate – Medium – Fast. Diese Angaben zeigen auf, über welche Schwunggeschwindigkeit der Spieler verfügen sollte.

Mit diesen Angaben kann man bei realistischer Selbsteinschätzung zumindest eine Vorauswahl treffen, welcher Schläger passen könnte.

Natürlich bietet RACKETSERVICE BRÜHL auch eine persönliche und individuelle Beratung und kann besonders Head und Tecnifibre Rackets empfehlen.

Erhard Blokesch

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